Erinnerungen

Erinnerungen haben die merkwürdige Eigenschaft, das Gesehene verblassen zu lassen. Ein Schimmer legt sich über die Bilder und macht sie unkenntlich. Was bleibt, sind emotionale Eindrücke - verwaschen und ohne jede Detailtiefe.

Schlimmer noch: Die Erinnerung malt mit goldener Tinte und erschafft so eine eigene Wirklichkeit, die keinen Anspruch auf Realität erhebt.

Ich konnte mich noch sehr genau an den Augenblick erinnern, als du mit deinen Fingern versucht hast, die umherwehenden Haarsträhnen einzufangen. Doch ist das wirklich ein Detail? Ich vermag nicht einmal mehr zu sagen, ob du Nagellack getragen hast oder welche Farbe er hatte.

Vielleicht ist dies der Grund, warum ich mich nicht sattsehen kann. Warum ich meinen Blick nicht abzuwenden vermag. Es gleicht einer Obsession, immer wieder hinsehen zu müssen. Stets gequält von denselben Fragen: Habe ich es richtig gesehen? Habe ich alles wahrgenommen? Habe ich etwas übersehen?

Denn am Ende habe ich eine Erkenntnis gewonnen: Was immer ich gesehen habe, wird in meinen Erinnerungen verblassen.

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Monochrome Ästhetik

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Café am Rand der Stadt